Seit geraumer Zeit wird ein Feindbild China aufgebaut und so getan, als ob die Bedrohung mal wieder von außen kommt. Meiner Meinung nach kommt die Bedrohung hauptsächlich von innen.
Deutschland ist Exportweltmeister. Schaut man genauer hin, ergibt sich folgende Situation:
Deutsche Konzerne exportieren hauptsächlich hochpreisige Artikel (Beispiel: Autos).
Schaut man genauer hin, wo gefertigt und an wen verkauft wird, ergibt sich folgendes Bild:
Gefertigt wird in Ländern mit nierigen Lohnkosten ohne Sozialabgaben. Verkauft werden diese Produkte hauptsächlich an Diktatoren, Funktionäre, Oligarchen und ähnliche Personenkreise (China, Dubai, Russland). Diese Personenkreise kaufen gerne Luxusartikel und Statussymbole. ("Made in Germany" ist in den Kreisen sehr gefragt und ein Argument für Konzerne in Deutschland ihren Standpunkt zu halten.)
Die Länder mit den niedrigen Lohnkosten mit geringen Sozialstandards sind die gleichen Länder in denen man obige Kundenkreise findet. Unschwer erkennt man ein Demokratiedefizit als verbindendes Kriterium.
Ganz überraschend ist das nicht, da es eine strukturelle Übereinstimmung von Konzernstrukturen mit nichtdemokratischen Regierungen gibt. Diese Länder bieten paradiesische Verhältnisse aus Sicht der Konzerne. Einziger Schwachpunkt ist die rechtliche Absicherung der Vermögensverhältnisse. Daher wird auch der Schwerpunkt auf WTO, GATS, TRIPS und MAI gelegt und weniger auf Menschenrechte und soziale Standards.
Der Militärhistoriker Martin van Crefeld beschreibt was passiert, wenn konventionelles Militär mit Guerillastrukturen konfrontiert wird. Das Militär passt sich diesen Strukturen an und beginnt vergleichbar zu agieren.
Wie verhalten sich Konzerne die mit obigen Ländern Geschäfte machen?
Die Konzerne müssen solange sie in Deutschland ihr Standbein haben mit zwei unterschiedlichen politischen Kulturen zurechtkommen. Aktiv wird das Geschäft in den nicht oder kaum demokratischen Ländern durch Korruption unterstützt in Europa mit der zivilisierteren Methode Lobbyismus.
Was passiert mit den Demokratien die durch Konzerninteressen mit Nichtdemokratien in engeren Kontakt kommen?
Ist es ein Zufall, dass die Exportnation Deutschland deren Konzerne hochpreisige Produkte in Billiglohnländern fertigen lässt, diese an Diktatoren, Funktionäre, Oligarchen, und ähnliche Personenkreise verkauft gleichzeitig die Nation ist, in der in den letzten Jahren die Rechte und Entlohnung der Arbeitnehmer am meisten beschnitten wurde, die Lohnsteigerungen am geringsten waren, die Entdemokratisierung (PPP) am schnellsten fortschreitet und der Mittelstand zerfällt?
Es ist ein frommer Wunsch, dass Länder durch Kapitalismus (Marktwirtschaft) zu Demokratien im vollen Umfang werden. Der schon beschriebene Part der Eigentumssicherung gepaart mit einer Mediendemokratie (Vorbild Italien) liegt Konzernstrukturen wesentlich näher.
Die Konsequenz für "alte" Demokratien ohne wehrhafte Politik ist eine weitere Angleichung ihrer inneren Strukturen an Länder wie China, Dubai, Russland oder Entsprechende.
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posted by TeamFalk : Mittwoch, April 23, 2008
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